Home Wir über uns Gemeinden Termine Berichte Franziskus Buchtipp Links  Franziskanische Gemeinschaft Bezirk Eichstätt
Der Heilige der glückseligen Armut
Franziskus von Assisi
Franziskus predigt den Vögeln.
Darstellung in der Barfüßerkirche Augsburg. Eine der ältesten Franziskusdarstellungen nördlich der Alpen.
Christus ähnlich werden – jenem Christus, der arm geboren war, in Armut als Wandermissionar durch Galiläa und Judäa zog und schlussendlich am Kreuz seiner Kleider beraubt starb. Es war wohl die zentrale Botschaft des Mannes aus Nazareth, der sich als Gottes eingeborener Sohn offenbarte, dass es nicht ratsam ist, irdische und vergängliche Schätze zu sammeln, sondern vielmehr sich auf die bleibende Botschaft des göttlichen Vaters zu besinnen. Und jene, die sich auf diesen Weg der Nachfolge einlassen, brauchen keine Angst zu haben: Seht doch die Lilien des Feldes oder die Vögel des Himmels, sie gehen keiner Erwerbstätigkeit nach, und doch kleidet Gott sie in schönster Pracht.
Kaum ein Heiliger hat so intensiv diesen evangelischen Rat Jesu, arm zu sein, gelebt, wie der mittelalterliche Kaufmannsohn Giovanni Bernadone, den sie alle Franziskus nannten. Unzählige sind ihm auf diesem Weg der Armut nachgefolgt, die für Franziskus immer Verbundenheit mit Christus bedeutet hat – und Unzählige haben auf diesem Weg Sinn, Erfüllung und Glück gefúnden. Nur so lässt sich die bleibende Lebendigkeit der franziskanischen Idee erklären, die auch heute immer wieder neu fasziniert.
1181 oder 1182 ist Bernadone als Sohn eines reichen Tuchhändlers in der umbrischen Stadt Assisi geboren. Zunächst lebte er wie seine finanzschweren Zeitgenossen in Saus und Braus. Und doch erkannte er: Das ist nicht das wirkliche Leben. Eine Verwundung im Krieg hatte ihn nachdenklich gemacht. Dem schloss sich eine Pilgerfahrt nach Rom an. Und dann hörte er eines Tages in der kleinen verfallenen Kirche San Damiano wenige Kilometer von Assisi entfernt vom Kreuz herab  die Stimme :”Stelle mein Haus wieder her." 
Nicht um das verfallene Kirchlein ging es in dieser Vision, vielmehr um die Gemeinschaft der Kirche, den mystischen Leib Christi, in dem Christus erkennbar werden sollte, dadurch dass hier das Evangelium gelebt wird. Franziskus macht sich so zum Anwalt des Evangeliums. Er will der christlichen Welt dieses Evangelium neu bringen, nicht so sehr durch Worte, sondern durch seine Lebensweise. In Armut zieht er durchs Land und lebt so radikal wie authentisch Nachfolge Christi. Ab 1209 schlossen sich ihm junge Männer an. Die minderen Brüder leben schlicht und einfach und hoffen auf die Freigiebigkeit ihrer Mitmenschen. Sie selbst tun vor allem karitativen Dienst, sind für die Kranken und Benachteiligten da.
Wenige Jahre vor seinem Tod wird Franziskus das intensivste Zeichen einer Christusgemeinschaft geschenkt: Auf dem Berg La Verna empfing Franziskus der Heilige in der Meditation des Leidens Christi die Wundmale des Gekreuzigten, die er bis zu seinem Tode behielt. 
Am Abend des 3. Oktobers 1226 starb Franziskus. Sein Leichnam wurde 1230 in der neu begonnenen Kirche San Francesco in Assisi beigesetzt. Der von ihm gegründete Orden breitete sich sehr schnell aus und bis heute gibt es immer wieder Franziskanerinnen und Franziskaner, die am Aufbau der Kirche durch ihr gelebtes Zeugnis der Armut und Nächstenliebe entscheidend beitragen.
Raymund Fobes
Franziskus
Franziskus